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GFK wird aus mit Glasfaser verstärktem Polyesterharz hergestellt. Die Glasfasermatten werden mit dem Harz getränkt und bilden das Laminat. Die Außenseite wird außerdem mit einer Polyesterschicht überzogen - dem Gelcoat. Das Gelcoat dient als Schutz vor eindringendem Wasser. Diese Konstruktion ist sehr hart und belastungsfähig. Die Hauptschwachstelle des Systems ist die Möglichkeit, dass unter bestimmten Bedingungen Wasser aufgenommen werden kann, was zu Osmose und Stabilitätsverlust führt.

 

Was ist Osmose ?
Osmose ist ein Prozess der Delaminierung innerhalb des Laminats, verursacht durch eine chemische Reaktion zwischen Wasser und nicht ausreagierten Substanzen, die noch von der Herstellung vorhanden sind. Das Wasser gelangt durch das Gelcoat in das Laminat und reagiert dort mit chemischen Komponenten zu ätzenden Substanzen. Diese Reaktionsprodukte erzeugen einen Innendruck hinter dem Gelcoat, was dann zu Blasen oder Rissbildung führt. Kann Wasser einmal durch das Gelcoat eindringen, nimmt das Laminat dieses wie ein Schwamm auf.

Osmose wird nicht nur durch von außen eindringendes Wasser verursacht. Ebenso kann Wasser aus der Bilge diesen Prozess auslösen. Es ist daher die Mühe wert, die Bilge trocken zu halten.

TIPP
VOORKOMEN IS BETER DAN GENEZEN

 

BILGE GELCOAT  
Wasser dringt von der Bilge ein
Wasser dringt durch das Gelcoat ein
LAMINAT WASSER  

Wann tritt Osmose auf?

Nahezu jeder ungeschützte Rumpf kann bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nach fünf bis sieben Jahren Osmose bekommen, wobei es gleich ist, ob er in Süß- oder Salzwasser liegt. Das liegt daran, dass Polyester-Gelcoat nicht die beste Wasserbarriere ist.

Die exakte Zeitdauer, wann Osmose auftritt, hängt von vielen Faktoren ab. Sie wird u.a. bestimmt vom Revier (Süß- oder Salz- wasser), von der Wassertemperatur und, als wichtigster Faktor, der Qualität des Laminats. Insgesamt ist festgestellt worden, dass 15 % der Osmosefälle innerhalb der ersten drei Betriebsjahre aufgetreten sind, die restlichen 85 % im Zeitraum fünf bis sieben Jahre nach Indienststellung.

 

Wie erkennt man Osmose ?


Osmoseblasen unter dem Gelcoat

Das Hauptsymptom - Blasen

Blasen sind das verbreiteste Anzeichen für Osmose und sollten, wenn festgestellt, von einem Profi auf ihre Ursache hin untersucht werden.

Blasen können die Größe eines Stecknadelkopfes haben. Man hat aber auch schon handtellergroße Blasen beobachtet. Das Vorhandensein von Flüssigkeit in der Blase zeigt an, dass es sich um ein Osmose-Problem handeln könnte. Hat diese Flüssigkeit einen stechenden, sauren Geruch oder fühlt sie sich klebrig an, ist dies ein sehr sicherer Hinweis auf Osmose.

Bevor Osmose saniert wird, muss zunächst die Ursache festgestellt werden. Auf dieser Erkenntnis basiert dann die Vorgehensweise der Sanierung, d.h. ob das gesamte Gelcoat entfernt werden muss oder ob eine partielle Sanierung ausreichend ist. Generell ist es empfehlenswert einen Sachverständigen zu Rate zu ziehen. Manche Blasen entstehen aus anderer Ursache und sind keine Osmose. Sie zeigen sich häufig als sehr kleine Blasen oder Schwellungen, meist im Bereich des Wasserpasses und sind sehr hart. Diese Blasen sind trocken und geruchsfrei. Meist werden diese Blasen durch Lufteinschlüsse erzeugt und sind kein schwerwiegendes Problem. Trotzdem sollte der Feuchtigkeitsgehalt des Laminats gemessen werden, bevor Reparaturarbeiten ausgeführt werden.



Andere Warnzeichen, die dringend beobachtet werden sollten:

Sternförmige Risse -
ein optisches Anzeichen für die Brüchigkeit des Laminates. Sie entstehen meist durch Biegebeanspruchungen oder mechanische Beschädigungen und erlauben dem Wasser in das Laminat einzudringen.

Poren -
diese feinsten, stecknadelkopfgroßen Poren im Gelcoat reduzieren dessen Schichtstärke, wodurch Wasser leichter eindringen kann.

Freiliegende Fasern -
das sind durch das Gelcoat ragende Fasern, die wie ein Docht wirken. Das Wasser wird über die Kapillarwirkung vom Laminat aufgenommen.

Unzureichende Durchhärtung des Gelcoats -
dieser Fall tritt auf, wenn das Gelcoatharz nicht korrekt angemischt oder bei unzureichenden Umgebungsbedingungen verarbeitet worden ist. Dies führt zu Porösität und kann das Eindringen von Wasser zur Folge haben.

WICHTIG

Die Beschichtung mit dem Gelshield-Osmoseschutz kann vor schweren Schäden und teuren Reparaturen schützen.

 

 

Was tun, wenn Osmose aufgetreten ist


Austrocknung des Laminats nach
dem das Gelcoat entfernt wurde.

Es gibt 4 wesentliche Schritte, um eine gute Osmosesanierung durchzuführen:

Gründliche Vorbehandlung des Gelcoats
Dieser Schritt schließt das Entfernen der Antifoulingschichten und das Entfernen des Gelcoats ein. Es muss stets so viel Gelcoat entfernt werden, dass eine gründliche Austrocknung des Laminats gewährleistet ist. Je nach Grad der Osmose muss das gesamte Gelcoat entfernt werden und manchmal nur kleine Bereiche. Wir empfehlen zu dieser Entscheidung einen sachkundigen Bootsbauer hinzuzuziehen.

Trocknung des Rumpfes
Dies ist einer der wichtigsten Schritte. Wenn das Laminat nicht vollständig austrocknet, wird es erneut zu einer Blasenbildung kommen. Kommt es zusammen mit den aufgetragenen Epoxidschichten zu einer erneuten Blasenbildung, ist eine erneute Sanierung ungleich schwieriger. International empfiehlt eine umfassende Wasch- und Trockenprozedur.

Beschichten mit Gelshield
Gelshield ist ein lösemittelfreies Epoxidharz. Es versiegelt das Laminat und vernetzt alle freiliegenden Fasern. Diese Epoxidgrundierung bildet die Wasserbarriere und minimiert die Gefahr erneuter Blasenbildung.

Beschichtung mit Gelshield 200 - Dieser Anstrich ist der Haftvermittler für das Antifouling.

ACHTUNG Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Lösungsmittel in Reinigern oder Beschichtungen ein Problem für das Laminat darstellen und unter Umständen Osmose erneut auftreten kann. Daher empfehlen wir, zur Reinigung Wasser zu verwenden, um die Substanzen aus dem Laminat zu entfernen und als ersten Anstrich Gelshield - lösemittelfreies Epoxidharz.

Die Sanierung von Osmose ist eine schwierige Aufgabe und erfordert ein hohes Maß an handwerklicher Geschicklichkeit. Aus diesem Grunde hat International in Europa ein Netz von Gelshield Zentren aufgebaut, die auf Osmose-Sanierung spezialisiert sind. Der Standard dieser Betriebe, die Arbeitsweise und die Einhaltung unserer Spezifikationen wird ständig von den International-Anwendungstechnikern überprüft.

Die Gelshield Zentren bieten Ihnen fachgerechte Osmose-Sanierung und Osmose-Vorbeugung an. Für weitere Informationen zu den Gelshield Zentren wenden Sie sich bitte an HOTLINE International 0800-1198930. ING

  

Was tun, wenn die Welt noch in Ordnung ist ?
Schützen ist immer besser als Sanieren und es macht durchaus mehr Sinn einer Osmose vorzubeugen, als auf deren Entstehung zu warten. Hierzu kann eine vorbeugende Beschichtung auf das Gelcoat aufgebracht werden, die das Eindringen von Wasser verhindert.

Am besten beginnt man mit der Osmose-Vorbeugung bereits bei neuen Booten, bevor diese zu Wasser gelassen werden. Viele Bootswerften bieten das International Gelshield System bereits als Serviceleistung an. Fragen Sie beim Kauf eines Schiffes gezielt nach einer Osmosevorbeugung mit Gelshield 200.

Vorausgesetzt, dass in einem Rumpf keine osmotischen Prozesse ablaufen, ist es nie zu spät, ein Schutzsystem aufzubringen. Dieses schützt nicht nur den Rumpf vor Osmose, sondern erhält den Wert der Yacht und steigert den Wiederverkaufspreis.

Bedenken Sie aber, dass ein Schutzsystem eine bereits begonnene Osmose nicht stoppen kann. Untersuchen Sie daher den Rumpf sehr genau und messen Sie den Feuchtigkeitsgehalt. Im Zweifel ziehen Sie lieber einen erfahrenen Bootsbauer zu Rate.

Schutz vor Osmose mit Gelshield 200
Gelshield 200 ist ein 2-Komponenten Epoxidmaterial, welches leicht angemischt werden kann. Man gibt einfach den Härter zur Basis und rührt gut durch. Wir empfehlen insgesamt fünf Anstriche aufzubringen, um eine gute Wasserdampf-Sperrschicht zu erhalten. Gelshield 200 kann ab 5° C verarbeitet werden, so dass mit den Arbeiten schon sehr früh im Jahr begonnen werden kann. Gelshield 200 eignet sich gleichermaßen für den "Do it yourself- Bootseigner" oder für Werften.

Untergrundvorbereitung

Neue Boote Bei neuen Booten muss sichergestellt sein, dass diese mindestens 4 Wochen aus der Fertigungsform heraus sind, damit die verwendeten Harze vollständig durchgehärtet sind.

Vor der Beschichtung muss der Rumpf gründlich mit Yacht Line Super Cleaner gereinigt und entfettet werden. Anschließend erfolgt ein Anschliff mit 180er Schleifpapier.

Gebrauchte Rümpfe müssen vor der Beschichtung gründlich mit Frischwasser gereinigt werden. Alle Reste von Antifouling bis zum Gelcoat mit Interstrip entfernen.

Untersuchen Sie anschließend den Rumpf sehr genau auf Beschädigungen; diese können mit Watertite gespachtelt werden. Kleinere Bereiche mit freiliegendem Laminat werden ebenfalls mit Watertite gespachtelt, größere Flächen sollten mit Gelshield - lösemittelfreiem Epoxidharz beschichtet werden. In jedem Fall muss geprüft werden, inwieweit bereits Wasser in das Laminat eingedrungen ist.

Vor der Beschichtung mit Gelshield 200 wird der gesamte Bereich mit 180er Schleifpapier (nass oder trocken) angeschliffen.

 

Schutz vor OSMOSE
VC SYSTEMS - Speziell entwickelt für den Einsatz unter VC Antifoulings. VC-Tar 2 bildet eine ausgezeichnete Wasserbarriere und schützt neue und bebrauchte Boote vor Osmose. GELSHIELD SYSTEM - Verhindert das Eindringen von Salz- und Frischwasser in das Laminat. Das Gelshield System kann die erwartete Lebensdauer des Gelcoats außerordentlich verlängern.
GFK - Schutz vor Osmose
VC Systems

Anzahl der Anstriche

Gelshield System

Anzahl der Anstriche

Erstgrundierung

VC-Tar2

1

Gelshield 200, Grün

1

1. Anstrich Grundierung

VC-Tar2

1

Gelshield 200, Grau

1

2. Anstrich Grundierung

VC-Tar2

1

Gelshield 200, Grün

1

3. und 4. Anstrich Grundierung

VC-Tar2

1

Gelshield 200, Grau/Grün

2

Antifouling-Haftvermittler

VC-Tar2

1

Gelshield 200, Grau

1

Antifouling

VC Systems Antifouling

2-3

International Antifouling

2-3

 

 
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